Berlin wurde Ende April und Anfang Mai 1945 in schweren H�userk�mpfen von der Roten Armee erobert. (Auf den Fotos von Helwig-Wilson zeugen davon u.a. Einschussl�cher auf H�userw�nden, wie sie vereinzelt noch heute zu sehen sind.) Damit waren die nationalsozialistische Herrschaft und der zweite Weltkrieg in Europa beendet. (Selbstmord Hitlers am 30.04.1945, Unterzeichnung der bedingungslosen Kapitulation durch das Oberkommando der deutschen Wehrmacht am 7. Mai 1945, Verhaftung der Reichsregierung am 23. Mai 1945).
Bereits 1944 war jedoch diplomatisch vereinbart worden, dass nach Kriegsende auch die Reichshauptstadt wie Deutschland �berhaupt in Besatzungszonen der Sowjetunion, der USA und Gro�britanniens aufgeteilt werden sollte. Im Sommer 1945 wurden aus den jeweils vorgesehenen drei Zonen durch die Einbeziehung Frankreichs vier.

Basis der Aufteilung Berlins bildeten die Bezirksgrenzen der erst 1920 geschaffenen Vergrößert Bild 1 + Bildunterschrift und Kommentare"neuen Stadtgemeinde von Berlin" (Neuk�lln und Treptow beispielsweise geh�rten 1919 noch nicht zu Berlin).
Entsprechend dem Londoner Protokoll vom 12. September 1944 bildeten die Bezirke Prenzlauer Berg, Pankow, Mitte, Wei�ensee, Friedrichshain, Lichtenberg, Treptow und K�penick den sowjetischen Sektor. Der Nordwesten Berlins sollte britischer, der S�dwesten amerikanischer Sektor werden (Erg�nzungsabkommen vom November 1944). Ein Teil des geplanten britischen SektorsVergrößert Bild 2 + Bildunterschrift und Kommentare wurde durch ein weiteres Erg�nzungsabkommen vom Juli 1945 zum franz�sischen Sektor: Wedding und Reinickendorf. Als britischer Sektor verblieben: Tiergarten, Charlottenburg, Spandau und Wilmersdorf. Zum amerikanischen Sektor geh�rten: Zehlendorf, Steglitz, Sch�neberg, Kreuzberg, Neuk�lln und Tempelhof.

Die Aufteilung Berlins in Sektoren bedeutete jedoch noch nicht die Spaltung der Stadt; zu dieser f�hrte erst die im Kalten Krieg m�ndende Ost-West-Konfrontation.
Vergrößert Bild 3 + Bildunterschrift und KommentareDer Alliierte Kontrollrat sollte die Zusammenarbeit der Besatzungsm�chte sichern, ab M�rz 1948 erschienen die sowjetischen Vertreter jedoch nicht mehr zu seinen Sitzungen. Die 1946 aus freien Wahlen in ganz Berlin hervorgegangene gemeinsame Stadtregierung - der Magistrat - wurde im Herbst 1948 gespalten. Im September verwehrten Demonstranten unter Duldung der Polizei in Ost-Berlin Abgeordneten gewaltsam den Zugang zum "Neuen Stadthaus". W�hrend die Mehrheit des Stadtparlaments daraufhin nach West-Berlin umzog, blieb die SED-Fraktion in Ost-Berlin, wo am 30.11.1948 unter ihrer F�hrung der so genannte "Neue Magistrat" installiert wurde. In West-Berlin fanden wenige Tage sp�ter Neuwahlen zur Stadtverordnetenversammlung statt, die fortan im Sch�neberger Rathaus tagte. Im gleichen Jahr blockierten die sowjetischen Streitkr�fte als Antwort auf die W�hrungsreform in der Bundesrepublik und in West-Berlin fast ein Jahr lang die wichtigsten Zufahrtswege zu den Westsektoren - die westlichen Alliierten errichteten deshalb die ber�hmte "Luftbr�cke" nach West-Berlin.
So eskalierte mit diesen als "Erste Berlinkrise" bezeichneten Ereignissen die Ost-West-Vergrößert Bild 4 + Bildunterschrift und KommentareKonfrontation und vertiefte die Trennung der Stadt in ein Ost- und ein West-Berlin, bereits bevor zwei deutsche Staaten gegr�ndet worden waren. (Verk�ndung des Grundgesetzes der Bundesrepublik am 23.05.1949; Gr�ndung der DDR am 7.10.1949). Ost-Berlin wurde zur Hauptstadt der Deutschen Demokratischen Republik und zum Regierungssitz.

Vergrößert Bild 5 + Bildunterschrift und KommentareW�hrend die Grenze zwischen den zwei deutschen Staaten undurchl�ssiger wurde (1952 wurde eine 5 km breite Sperrzone zwischen DDR und BRD und auch ein Sperrg�rtel zwischen West-Berlin und der DDR geschaffen), blieben die Sektorengrenzen innerhalb Berlins wegen des Vergrößert Bild 6 + Bildunterschrift und KommentareVier-M�chte-Status noch weitgehend ge�ffnet. Nach dem Aufstand vom 17. Juni 1953 erlebten die Berliner zwar erstmals, dass kein Durchkommen von Ost nach West war, zwei Wochen sp�ter jedoch hob die DDR-Regierung diese Abriegelung der Sektorengrenzen wieder auf. Angesichts der hohen Fl�chtlingszahlen verwies die DDR-Propaganda in grotesker Verzerrung der Realit�t st�ndig auf "Abwerbungen" durch westliche Geheimdienste.
Die beiden Teile der Stadt entwickelten sich durch die unterschiedlichen politischen Systeme und die daraus resultierenden unterschiedlichen Lebensbedingungen - am augenf�lligsten der h�here Lebensstandard in West-Berlin - auseinander, und auch die allt�glichen Lebensadern des urbanen Organismus wurden nach und nach zerschnitten. Wasser- und Energieversorgung sowie M�llabfuhr wurden getrennt, ab 1953 endeten Bus- und Stra�enbahnlinien an der Grenze und die Telefonleitungen wurden vorerst unterbrochen.

Vergrößert Bild 7 + Bildunterschrift und KommentareDoch bis aus dem Eisernen Vorhang durch Europa (Winston Churchill 1946) Vergrößert Bild 8 + Bildunterschrift und Kommentarein Berlin eine Betonmauer wurde, blieben die Bewohner der ganzen Stadt noch unmittelbar und vielf�ltig miteinander verbunden. S- und U-Bahn passierten st�ndig die Sektorengrenzen. West-Berliner fuhren zur Erholung in die �stlichen Berliner Seengebiete. Zahlreiche Ost-Berliner - etwa 50.000 (Stand 1961) - arbeiteten oder studierten in West-Berlin, viele kauften dort gelegentlich ein, gingen ins Kino etc. Auch f�r die �brige DDR-Bev�lkerung blieb Berlin der leichteste Zugang zum "Westen". Die knapp 80 (bis 1952 waren es 277) �berg�nge zwischen den Sektoren waren markiert und bewacht. Kontrollen fanden jedoch nur stichprobenweise und besonders bei Passanten mit auff�llig viel Gep�ck statt.


Die folgenden Aufnahmen der Sektorengrenzen sind aus einer Vielzahl von Beispielen so ausgew�hlt worden, dass die Bandbreite von Motiven, die Helwig-Wilson zu diesem Thema festgehalten hat, zumindest angedeutet wird: Alltagsszenen an den innerst�dtischen Sektorengrenzen, Aufnahmen besonders bekannter Orte sowie Grenzlandschaften zwischen den westlichen Besatzungszonen und dem Gebiet der DDR. Vergrößert Bild 10+ Bildunterschrift und KommentareVergrößert Bild 9 + Bildunterschrift und Kommentare

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